u n v o l l e n d e t e  p r o j e k t e

Der Wind hebt und senkt sich in die Bäume

und reimt sich Blatt auf Blatt

- und drunten im Garten

unter den Bäumen

fegt ein Gärtner haufenweise Gedichte zusammen.

 

Das Problem: Ich habe bislang nur dies eine geschrieben.

Weitere fallen mir nicht ein.

projekt I: naturlyrik

projekt II: viertelsbilder

Köln Dellbrück

Köln Bilderstöckchen

Das Problem: Köln hat sehr viele Stadtviertel. Momentan gibt es die Überlegung, sich auf die Stadtbezirke zu beschränken. Dann stünde aber Bilderstöckchen für Nippes, Dellbrück für Mülheim etc., was als der Sache nicht gerecht empfunden wird - eine typische Pattsituation zwischen Idealvorstellung und Pragmatismus.

Fotografie; wird als Vorlage für

das Bild „Innenstadt“ in Betracht gezogen

projekt III:

ach, italien!

an der adria

venedig

Das tote Kind lag in dem Erdloch zu ihren Füßen.

Bäuchlings, doch sein Kopf war so verdreht, dass sein eines, verbliebenes Auge lotrecht in den weißgrauen Winterhimmel hinaufstarrte. Das andere hatten die Krähen gefressen, die nun, von ihrer Beute vertrieben, zornig krächzend im dürren Geäst der kahlen Obstbäume hockten wie faulige schwarze Früchte. Sie hatten auch die Oberlippe herausgerissen, hoch bis zu den Nasenlöchern hing die Haut in Fetzen, und blutige Schlieren überzogen das entblößte, zart rosafarbene Zahnfleisch und die kleinen perlengleichen Milchzähne.

Sie schimmern sogar in der Dunkelheit. So kann ich dich immer finden, wenn Du lachst, in der Nacht.

Sonst schien der kleine Körper unversehrt, die Arme lagen eng an, wohl damit er besser in die schmale Grube passte, die Beine waren wie von fürsorglicher Hand gerade ausgestreckt nebeneinandergelegt.

Aber wo sind nur wieder deine Schuhe, die ich dir nähte?

Wind kam auf, pflückte das Gemurmel und Weinen der Frauen von ihren Mündern und trug es über die kargen, hügeligen Ebenen davon.

Es begann zu schneien, und feine Flocken füllten langsam die blutige Augenhöhle, bedeckten die Fratze, den schmalen Rücken.

Schlaf, mein Kind, schlaf.

Jemand erbrach sich.

apulien

projekt IV:

der mittelalterroman

Das Problem: Die Fotografie. Diesbezüglich mangelhaftes handwerkliches Können. Der Verdacht, dass es auf der Welt schon genug Fotos gibt und man seine Mitmenschen damit nicht weiter belästigen sollte.

Das Problem: Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Weder inhaltlich (jedenfalls nur so in etwa), noch stilistisch. Würde mich ja gerne entscheiden, einen Bestseller zu schreiben, um mich dann mit all dem Geld all den unvollendeten Projekten widmen zu können, aber man sagt, so etwas könne man nicht planen. Also dann doch eher etwas „Unverkäufliches“? Aber hat jemand auch nur ansatzweise eine Ahnung, wie viel man für einen historischen Roman (selbst als Mediävistin) recherchieren und lesen muss?